Wenn mein Geist in Angsten ist, so kennst du doch meinen Pfad
Psalm 1-42,4


Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!
Es steht außer Frage. Unser Geist ist in Angsten in diesen Tagen Jedem von uns gehen viele Fragen durch den Kopf. Jeder von uns hat seine Momente, wo es ihn niederdrückt. Und ich glaube auch, jeder von uns würde gerne aufwachen und feststellen: Das war alles nur ein böser Traum.

Aber - und ich glaube, auch das weiß jeder von uns mittlerweile:
Die große Lösung gibt es nicht, wird es nicht geben.
Von jetzt auf nachher, alles abgehakt, aus und vorüber und weiter geht es wie gehabt, so wird es nicht sein. Diese Tage, dieses Erleben wird Spuren hinterlassen in unserem Leben.
Die große Lösung, den roten Teppich heraus aus der Krise, den hätten wir gern. So sind wir Menschen nun mal. Aber genau diese Tage lehren uns, dass das Kleine zu schätzen ist
Dass es wertvolle Momente gibt inmitten aller Schwierigkeiten. Und diese wertvollen Momente, die pflastern uns einen heilsamen Pfad, der uns Wege aufzeigt und herausführt aus der Angst, aus der übermächtigen Sorge, aus den bangen Fragen.

Wertvolle Momente - sie sind es, die zählen.
Und Gott legt so einen wertvollen Moment in unser Zagen.
Er sagt, ich kennedeinen Pfad.
Merken sie es?
Keine große Lösung, kein roterTeppich
Ein Pfad, da sehe ich vor meinem inneren Auge eine ausgetrampelte Schneise, keine vielgelaufene
Prachtstraße. Da sehe ich ein Wegstück, das nicht durch und durch bevölkert ist, wo ich selbst zu
gehen habe.
Ein Pfad.Da habe ich das letzte Stück Aufstieg einer Bergtour vor Augen. Kurz vor dem Gipfel, da werden die
Wanderer weniger, da werden die breiten Touristenwege zu einem kleinen Trampelpfad, der nur
langsam mitTrittgenauigkeit zu gehen ist. Da säumen Steine den Weg, man balanciert manchmalam
Abgrund, es wird steiler und steiler, aber auch ruhiger. Und der Ausblick wird weiter.
Der Gipfel kommt in Sicht. Das Ziel.
Da treffen sich Mühe und Gipfelglück.
Da wird Geduld belohnt.
Da löst Dankbarkeit die Anstrengung ab


Mein Leben - ein Pfad.
Ein Wegstück, durchdacht von Gott für mich.
Das Raum lässt für meine Schritte.
Das die Spur kennt, auf die
Gott mich führen will.
Und das Beste: Wir laufen auf ein Ziel zu, Gott sei Dank.
Weil Gott uns verspricht, wenn du in Angst stehst, ich sehe den Pfad zum Gipfel
Geh ihn an meiner Hand,
Angst ist kein guter Ratgeber, Gott sehr wohl
Das lese und höre ich in diesen Worten.
Denn Angst schneidet den Weg ab, klammert das Wertvolle aus. Verliert den Gipfelaus dem Blick.
Sagt: Kehr um, du schaffstes doch nicht. Wohin solldas bloß führen.
Gott aber schickt mich mit meiner Angst auf den Pfad, der Momente kennt, die es wert sind, sie zu
erlaufen" Geduld und Anstrengung trifft mit Gottes Hilfe auf Gipfelglück und Dankbarkeit. Denn wenn
mein Geist in Angsten ist, so kennt Gott doch meinen Pfad.
Auch wenn mein Laufen in diesen Tagen einen eher kleinen Radius kennt.
Es zeigt mir deutlich: Es ist nicht immer die große Lösung, die dir das Wertvolle vor die Füße legt


Amen

Pfarramt Rodalben
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66976 Rodalben
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